Opel startet in der Formel E
Von Walther Wuttke
Opel steigt in die erste Liga des Motorsports ein und wird von der kommenden Saison an in den nächsten vier Jahren mit einem Werksteam in der Formel E an den Start gehen. Mit dem frisch gegründeten Opel GSE Formula E-Team nutzt die Rüsselsheimer Marke die internationale Bühne der Formel E, um seine GSE-Strategie auch global in der am schnellsten wachsenden Rennserie umzusetzen. In einer Pressekonferenz in Madrid gaben Opel-Vorstandschef Florian Hüttl und Formel -Chef Jeff Dodds den Einstieg von Opel in den elektrischen Formel-Sport bekannt.
In der spanischen Hauptstadt erklärte Florian Hüttl, „die Teilnahme an der Formel E markiert einen neuen Meilenstein für Opel auf dem Weg in eine elektrische Zukunft. Unser Opel GSE Formel E-Team wird zeigen, wofür unsere Marke steht: deutsche Ingenieurskunst, mutiges Design und eine elektrisierende Performance. Diese Eigenschaften verkörpern schon heute die Opel GSE-Modelle Mokka GSE und bald auch der neue Corsa GSE.“ Formel-E-Chef Jeff Dodds begrüßte das neue Team in seiner Rennserie und bescheinigte der Marke, dass sie „mit ihrer herausragenden technischen Kompetenz und einem frischen, mutigen Image neue Dynamik in die Formel E bringt“.
Erfolgreiche Motorsportgeschichte
Opel hat eine lange und erfolgreiche Motorsportgeschichte. In den 1980er Jahren war die Marke mit dem Team Walter Röhrl und Christian Geistdörfer im internationalen Rallyesport unterwegs. 1982 sicherte sich Röhrl mit seinem Opel Ascona 400 gegen die Französin Michele Mouton die Rallye-Weltmeisterschaft. In der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft war Opel (mit Unterbrechungen) zwischen 1988 und 2005 mit Modellen wie dem Calibra V6 4x4, Kadett GSi, Omega Evo 500, Astra V8 und dem Vectra GTS V8 am Start. 1996 gewann Manuel Reuter mit einem Calibra V6 die Rennserie.
340 PS Leistungssprung
Nun also die Rückkehr auf die große internationale Bühne in der global aufgestellten Formel E. In der kommenden Saison werden die neu entwickelten Rennwagen der GEN4 an den Start gehen. Die vollelektrischen Boliden werden im Qualifying- und Attackmodus bis zu 600 kW (816 PS) leisten und damit um 250 kW (340 PS) stärker sein als bisher. Gleichzeitig werden die Rennwagen der neuen Generation über einen permanenten Allradantrieb verfügen und so zusätzlichen Grip erzeugen. Die Macher der Rennserie versprechen sich durch diesen Leistungssprung spannendere Rennen. Gleichzeitig wächst die Kapazität der Energierückgewinnung auf bis zu 700 kW, wovon Effizienz und Reichweite profitieren sollen.
„Deutsche Ingenieurskunst“ und Konzernerfahrung
Bei der Entwicklung des Opel GSE Formel E profitieren die Ingenieure in Deutschland natürlich von den Erfahrungen der Stellantis-Entwickler, die bisher die Boliden für DS und Citroën an den Start gebracht haben. Doch legen die Opel-Verantwortlichen Wert darauf, dass „deutsche Ingenieurskunst“ in dem Projekt zum Tragen kommt.
Neben der Elektrifizierung ihrer Modellpalette setzen die Rüsselsheimer seit dem Jahr 2021 auch im Motorsport auf elektrische Modelle. „Was vor fünf Jahren mit der Gründung des ersten vollelektrischen Markenpokals begann, erreicht nun mit der Teilnahme an der FIA-Weltmeisterschaft seinen Höhepunkt“, erklärte in Madrid Opel-Motorsportchef Jörg Schrott.
Auch der Rallye Cup legt zu
2021 hatte das Unternehmen den ADAC Opel Electric Rallye Cup ins Leben gerufen, mit dem junge Talente im Opel Corsa Electric um den Sieg kämpften. In der neuen Saison, die in wenigen Wochen startet, werden die Nachwuchspiloten im deutlich stärkeren Opel Mokka GSE an den Start gehen. Mit einer Leistung von 207 kW (282 PS) und einem maximalen Drehmoment von 345 Newtonmetern ist der Rallye-Mokka mehr als doppelt so stark wie der Corsa. Darauf wird auch das Serienmodell Mokka GSE basieren, das genauso stark wie die Motorsportvariante ist, eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h erreicht und alle Hochvolt-Komponenten sowie weitere technische Details aus der Rallye-Variante übernimmt. Noch in diesem Jahr wird auch der neue Corsa GSE auf den Markt kommen.
Vor dem Start in die 13. Saison wird das Rüsselsheimer Team seinen ersten offiziellen Auftritt bei der offiziellen Präsentation der GEN4-Boliden auf der südfranzösischen Rennstrecke Paul Ricard haben. (aum)
