Dacia mit neuen Antrieben und mehr Spring
Von Walter Wuttke
Der Anfang eines neuen Jahres ist stets die Zeit der guten Vorsätze. Auch Dacia hat sich einiges vorgenommen. Vor allem der Kleinste in der Modellpalette rollt komplett überarbeitet ins neue Jahr. Der Spring, von dem in Deutschland seit der Markteinführung 2021 rund 40.000 Exemplare abgesetzt wurden, erhält mehr Leistung und auch das Fahrwerk wurde aktualisiert.
Als neuer Antrieb für den Spring kommt ein jetzt 75 kW (100 PS) leistender Motor zum Einsatz, der den Kleinwagen in 9,6 Sekunden von Null auf 100 km/h beschleunigt. Bei 125 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Die Reichweite des Stadtwagens gibt Dacia mit 225 Kilometern an, die sich, das zeigte eine erste Ausfahrt, auch erreichen lässt.
Neben dem stärkeren Motor spendierten die Entwickler dem in China produzierten Spring auch eine verstärkte Aufnahme für die neue Batterie, was sich positiv auf die Gewichtsverteilung und damit auch auf die Balance des Kleinwagens auswirkt. Gleichzeitig wurde die Lenkung neu abgestimmt. Sie arbeitet nun deutlich präziser. Zusammen mit neu abgestimmten Stoßdämpfern verbessert ein erstmals eingesetzter Stabilisator das Fahrverhalten. Auch die Bremsen verhalten sich dank einer leistungsstärkeren Unterstützung besser.
Gleichzeitig gelang es, die Aerodynamik zu optimieren, indem sie die Verwirbelungen mittels eines an allen Seiten verkleideten Unterboden verringerten. Zusätzlich spendierten sie dem Stadtwagen einen Spoiler am Bereich der Heckklappe. Beide Maßnahmen bringen zusätzliche Reichweite. Mit einem Gewicht von rund einer Tonne auch nach der Überarbeitung bleibt der Spring das leichteste und mit einem Startpreis von 16.900 Euro auch das preiswerteste E-Mobil in Deutschland.
Der Spring hat spürbar an Fahrqualität gewonnen. Er lässt sich deutlich präziserbewegen und hat mit der zusätzlichen Energie einiges an Dynamik gewonnen, ohne allerdings gleich sportliche Qualitäten zu entwickeln. Doch dafür wurde der Kleine auch nicht entwickelt.
Neuer Motor für Sandero und Jogger
Neben dem Spring spendierten die Dacia-Entwickler auch den anderen Modellen neue Antriebe und kosmetische Retuschen. Sandero, das erfolgreichste Modell in Europa bei den privaten Kunden, Sandero Stepway und Jogger kommen mit neuen Motoren zu den Kunden. Im Jogger kommt der neue Hybrid 155 zum Einsatz, der einen 108 PS (79 kW) starken 1,8-Liter-Vierzylinder mit zwei Elektromotoren kombiniert, was eine Systemleistung von 155 PS (114 kW) und ein maximales Drehmoment von 170 Newtonmetern ergibt. Die Kraftübertragung übernimmt ein unauffällig stets die passende Übersetzung bereitstellendes Automatikgetriebe.
Die Kombination bringt eine Reduzierung der Emissionen und des Verbrauchs um zehn Prozent. Nach einer ersten kurzen Ausfahrt zeigte der Bordcomputer einen Verbrauch von 5,6 Liter und einen Elektroanteil von 67 Prozent.
Drei-Zylinder-Turbo als Alternative
Neben dem Hybridantrieb können die Kunden beim Jogger wie auch beim Sandero und Sandero Stepway einen bivalenten 1,2-Liter-Drei-Zylinder-Turbomotor (Benzin und Autogas) wählen, der jetzt 120 PS (88 kW) statt zuvor 100 PS (74 kW) leistet. Als Alternative zum manuellen Sechs-Gang-Getriebe steht ein Sechs-Gang-Doppelkupplungsgetriebe in der Angebotsliste, das – Premiere bei Dacia – über Schaltwippen am Lenkrad bedient werden kann.
Um eine möglichst große Reichweite zu erreichen, wurden bei den Sandero-Modellen der Tank für das Flüssiggas (LPG) von 40 auf 49,6 Liter vergrößert. Beim Jogger wächst der LPG-Tank von 40 auf 48,8 Liter. Beim Sandero steigt die kombinierte Reichweite so auf 1590 Kilometer und beim Jogger auf 1450 Kilometer.
Neue LED-Lichtsignatur
Sandero, Sandero Stepway und Jogger erhalten zudem als erste Dacia-Modelle eine neue LED-Lichtsignatur für die neuen Scheinwerfer, und auch die Leuchten am Heck wurden überarbeitet. Und weil sich Dacia auch als Outdoormarke profiliert, bekamen die Fahrzeugee neue seitliche Schutzabdeckungen aus dem von der Marke entwickelten Starkle-Material, das zu 20 Prozent aus wiederaufbereiteten Kunststoff besteht.
Flexfuel-Hybrid für Duster und Bigster
Bei Duster und dem neuen Bigster kommt der neue LPG-Flexfuel-Hybrid in Verbindung mit Allrad zum Einsatz, der Hybridtechnik, bivalenten Autogas-Antrieb, Automatikgetriebe und Vierradantrieb kombiniert, was sich in eine Systemleistung von 154 PS (113 kW) übersetzt. Die Kraftübertragung übernimmt ein Sechs-Gang-Doppelkupplungsgetriebe mit Schaltwippen am Lenkrad. Der Mensch hinter dem Lenkrad kann insgesamt sechs Fahreinstellungen wählen: Automatik für den automatischen Wechsel vom Zweirad- auf Allradantrieb, Eco für maximale Effizienz, Snow für Fahren auf Schnee, Mud/Sand für losen Untergrund, Lock und die Hill Descent Control für kontrolliertes Bergabfahren.
Neben der LPG-Version wird demnächst auch eine Variante der Allradausführungen mit reinem Benzinantrieb für Länder wie Deutschland, wo die Autogas-Technik nicht allzu viele Freunde hat, auf den Markt kommen. (Copyright Car-Editor´s)
