Worauf muss man bei der Wallbox achten?
Von Jürgen Pander
„Der Umstieg auf das E-Auto scheitert oft nicht am Willen, sondern an der Lademöglichkeit zu Hause“, sagt Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU). Solche Lademöglichkeiten im direkten Wohnumfeld werden jetzt von der Bundesregierung gefördert, insgesamt 500 Millionen Euro stehen dafür bereit. Im Einzelfall gibt es eine Förderung von 1300 bis 2000 Euro pro Wallbox. Aber wie genau funktioniert das? Und was muss bei einer Wallbox-Installation beachtet werden?
Einfach und umstandslos laden, günstig und bequem – das wünschen sich viele Elektroauto-Nutzer, und jetzt gibt es eine gute Gelegenheit, diesen Wunsch wahr werden zu lassen. Denn die Bundesregierung möchte das heimische Ladenetz ausbauen. Ab sofort wird das Installieren von Wallboxen an Wohnanlagen sowie für kleinere und mittlere Betriebe gefördert. Über die Einzelheiten der Wallbox-Förderung informiert das Bundesministerium für Verkehr auf seiner Webseite (www.bmv.de), Anträge können seit 15. April eingereicht werden. Im Vorfeld ist es jedoch sinnvoll, sich mit dem Thema Wallbox zu befassen. Ausführliche Informationen zum Thema bieten auch die Webseiten der großen Energieversorger.

Welche Arten von Wallboxen gibt es?
Die Auswahl an Wallboxen ist immens, und das Gute daran ist: Für praktisch jeden Einsatzzweck gibt es passende Modelle. Ob in der Garage, unterm Carport, an der Hauswand, an einer Säule, mit oder ohne eingebautem Kabel, mit smarter Steuerung über Bluetooth oder WLAN oder mit automatischem Energiemanagement, wenn etwa Strom aus einer hauseigenen Photovoltaikanlage genutzt werden soll.

Was kostet eine Wallbox plus Installation?
Je nach Ausstattung und Funktionen kostet eine Wallbox zwischen 300 und 1500 Euro. Deutlich weiter ist die Preisspanne bei der Elektroinstallation. Grundsätzlich sollte mit rund 500 Euro Installationskosten kalkuliert werden, doch je nachdem, ob bereits ein Starkstromanschluss vorhanden ist, wie viele Wanddurchbrüche für die Kabelverlegung notwendig sind oder ob auch noch eine Modernisierung des Stromzählers notwendig ist, können die Installationskosten deutlich höher liegen. Die genauen Einzelheiten für den persönlichen Fall sollten vorab bei einem Elektro-Fachbetrieb vor Ort geklärt werden.

Wie ist das mit den Wallboxen von Autoherstellern?
Nahezu jeder Hersteller von Elektroautos bietet auch passende Wallboxen an. In einem Test des ADAC vor drei Jahren erhielten alle acht getesteten Wallboxen von Autoherstellern die Gesamtnote „gut“, wobei allerdings die Preisunterschiede zum Teil erheblich waren. Vor allem beim Kauf eines neuen Elektroautos kann es sich lohnen, nach einer passenden Wallbox zu fragen, denn manchmal gibt es günstige Komplettangebote (Auto plus Wallbox). Zu beachten ist allerdings: Die Installationskosten kommen stets noch dazu.
Was kostet das E-Auto-Laden an der eigenen Wallbox?
Die entscheidende Frage, nachdem eine Wallbox im Wohnumfeld installiert wurde, lautet: Was kostet das Energietanken zuhause? Auf diese Frage gibt es keine eindeutige Antwort, denn sie hängt vom gewählten Stromanbieter und dem jeweiligen Tarif ab. Eon beispielsweise bietet eine Nachtladebonus von 240 Euro pro Jahr an, wenn der
Ladevorgang an der heimischen Wallbox an mindestens sechs Nächten pro Monat zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens stattfindet. Auch andere Stromanbieter wie EnBW oder EWE bieten spezielle Ladestromtarife für die heimische Wallbox an, die teilweise deutlich unter denen von öffentlichen Ladestationen liegen.
Fazit: Wer das E-Auto zuhause lädt, lädt nicht nur bequemer, sondern in den allermeisten Fällen auch billiger als unterwegs. (copyright Auto-Medienportal)

Wie wählt man die passende Wallbox aus?
Vor allem drei Faktoren beeinflussen die Wahl der Wallbox.
Erstens: Das E-Auto, das geladen werden soll. In den meisten Fällen verfügen Elektroautos über einen AC-Onboard-Lader, der für maximal 11 kW Ladeleistung ausgelegt ist. Die Wallbox sollte daher 11 kW Ladeleistung liefern. Und logisch, Ladebuchse und Ladestecker sollten kompatibel sein (in aller Regel handelt es sich um einen sogenannten Typ-2-Stecker).
Zweitens: Die Position der Wallbox. Je nach dem, ob der Ladepunkt in einer Garage oder im Freien, an einer Wand oder an einer Säule angebracht werden soll, muss die Wallbox für diesen Ort ausgelegt sein (z.B. wasserfest, abschließbar, etc.).
Drittens: Was soll die Wallbox können? Werden genaue Ladedaten benötigt (etwa wenn ein Dienstwagen geladen werden soll), und soll die Wallbox zum Beispiel per App gesteuert werden können?

Was ist bei einer Wallbox-Installation zu beachten?
In jedem Fall sollte eine Beratung vor Ort, vor allem aber auch die Installation der Wallbox von einem Elektro-Fachbetrieb ausgeführt werden. So ist garantiert, dass die Wallbox später reibungslos und vor allem sicher arbeitet und sämtliche Installationsarbeiten fachgerecht ausgeführt werden. Jede Wallbox bis 11 kW Ladeleistung muss zudem vor Inbetriebnahme beim jeweiligen Netzbetreiber (Achtung: nicht beim Stromanbieter) angemeldet werden. Auch dies übernimmt in aller Regel der Elektro-Fachbetrieb.
Welche Wallboxen sind empfehlenswert?
Immer wieder werden Wallbox-Vergleichstests veröffentlicht – mit meist durchweg guten Ergebnissen. Als etwa der ADAC vor zwei Jahren zehn besonders günstige Wallboxen miteinander verglich, ging das billigste Modell (Delta AC Max Basic) als Testsieger hervor. Eine Auswahl unterschiedlichster Wallboxen bietet zum Beispiel der Wallbox-Online-Shop des Energieversorgers Eon (shop.eon.de/Wallboxen/).
